Debriefing - Das Schließen einer Welt

Zielsetzung und Rahmen

Persönlich hilft ein Debriefing beim Reflektieren, Lernen sowie Transferieren und Weitergeben von Erfahrung, Gruppen ziehen Schlüsse, treffen Entscheidungen und planen etwas umzusetzen. Nach einer Übung kann man es den Teilnehmern überlasse selbst zu reflektieren, oder man unterstützt sie, indem man die Übung nachbespricht und zusammenfasst was wesentlich für die Teilnehmer war. Dazu gehört was sie weitergeben bzw. teilen möchten und welche Schritte sie als nächstes planen.

Ein Debriefing benötigt etwas Zeit am Ende der Übung, daher plane zwischen 5 und 15 Minuten dafür ein. Wie lange genau hängt von der eingesetzten Methode, der Nummer der Fragen und der Anzahl der Teilnehmer ab.

Fragen

Was genau nachbesprochen bestimmst Du anhand der gestellten Fragen. Daher solltest Du, bevor Du die Übung startest, die paar Fragen vorbereiten, die dich deinem gewünschten Ziel näher bringen. Ziele lassen sich inhaltlich gliedern oder bspw. nach Emotion, Beobachtung oder den gezogenen Schlüssen der Teilnehmern. Hier sind einige meiner favorisierten Fragen:

  1. Was war interessant?
  2. Was war faszinierend? 
  3. Was war überraschend? 
  4. Wann hast Du dich unwohl gefühlt? 
  5. Was hast Du gelernt?
  6. Was von dem Gelernten wirst du wie auf der Arbeit einsetzen? 
  7. Was wirst Du in den nächsten 48 Stunden anders machen? 
  8. Was passierte als...? 
  9. Wie hast Du dich gefühlt als...?
  10. Was wäre passiert, wenn...?

Ich empfehle 3-5 Fragen mit der Tendenz zur Untergrenze. Die Fragen wählst Du im Kontext deiner Übung aus, überlege dir dein Ziel bzw. unterstütze das Ziel deiner Übung. Nimm eine Mixtur von Fragen, die Emotion, Beobachtung und Lernen mit einschließen. Menschen reagieren auf gleiche Fragen unterschiedlich. Die gemachten Erfahrungen unterscheiden sich in Beobachtung, Emotion und den gezogenen Schlüssen, was zu weiteren Einsichten und Konfusion führen kann - beides ist ein guter Boden um zu lernen.

Methoden

Wie Du nachbesprichst liegt an der Methode, die Du auswählst. Für gewöhnlich gewährt man den Teilnehmern einen kurzen Moment zum Durchatmen und für die persönliche Reflektion. Ich bevorzuge es danach mit einer persönliche Übung zu starten, bevor die Einsichten mit der Gruppe geteilt werden. Hier sind meine favorisierten Methoden für ein Debriefing:

a) Offene Stichwortabfrage: frage die Teilnehmer die Fragen und dokumentiere ihre Antworten auf einem Flipchart. Für gewöhnlich möchten die meisten Teilnehmer ihre Erfahrung teilen. Daher achte darauf, dass die Redeanteile fair verteilt werden. Die, die viel reden müssen evtl. gebremst werden. Diejenigen, die ruhiger sind kannst Du aufmuntern teilzunehmen, indem Du sie direkt ansprichst. Sei aufmerksam wer welche Zeichen sendet (Körpersprache/Mimik).

By U.S. Navy photo by Mass Communication Specialist 1st Class Monica Nelson [Public domain], via Wikimedia Commons

b) Verdeckte Kartenabfrage: bereite ein Starfish-Retrospektive auf Flipchart vor und benutze deine Fragen anstelle der Starfish-Fragen. Starte damit, dass die Teilnehmer ihre Erfahrungen auf Post-its aufschreiben. Gib ihnen dafür eine Timebox von 1-2 Minuten, evtl. möchtest Du auch die Anzahl der Post-its pro Frage auf 1-3 einschränken. Sobald die Zeit um ist, startet die erste Person, steht auf und hängt ihre Erfahrungen auf das Flipchart. Ein, zwei kurze Sätze sollten einen jeden Post-it begleiten.

Closed keyword format: pepare a starfish retrospective flip chart and use your debriefing questions instead of the starfish questions. Let people write down their experience on notes. Give them 1-2 minutes to write it down, maybe you want to limit the number of notes per question to 1 or 2. As soon as finished the first person stands up, sticks the notes to the flip chart and says one sentence about it.

c) Lighting talk: jede Person bekommt eine Timebox von 1-2 Minuten und kann über ihre Erfahrungen reden. Stell deine Fragen bevor sie starten und gib den Teilnehmern eine kurze Pause bevor es an das Teilen der Erfahrung geht.

Noch ein paar Worte

Es kommt oft vor, dass Menschen enttäuscht sind, wenn sie ihre Erfahrungen nicht teilen konnten. Deshalb ist es ratsam die Themen, die geöffnet wurden auch zu schließen. Bei einem Debriefing steht das Lernen im Mittelpunkt, daher solltest Du es ernst nehmen.

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