ScrumMasters Advice: Fragilität vs. Risiko

Eine oft gestellte Frage ist: "Wie bringe ich Risiken in der Agilität unter?". Ich empfehle den folgenden Perspektivenwechsel:

Wir haben das Problem, dass wir uns auf schwer planbaren, ungewissen Terrain bewegen. Auf diesen Terrain setzen wir uns mit bekannten und unbekannten, potentiell gefährdenden Ereignissen bzw. Risiken auseinander. Bei näherer Betrachtung stößt man immer wieder auf die Punkte:

  1. Ob ein Ereignis eintritt lässt sich schwer vorhersagen.
  2. Spricht man bei seltenen Ereignissen davon, dass es unmöglich ist die Auswirkungen zu kalkulieren.
  3. Vermutet man nur die Eintrittswahrscheinlichkeit bekannter Ereignisse (Prognose eines Risikos), unbekannte erschließen sich erst bei oder nach ihrem Eintreten.

Fragile hearts by clumsy_jim, licensed under Creative Commons, taken from Flickr.com

Nimmt man die 3 Punkte ernst, dann führt das dazu, dass die meisten Prognosen nur indirekt hilfreich sind, indem sie unser Vorstellungsvermögen reizen uns aber beim Problem alleine lassen.

Was uns leichter fällt

Blicken wir stattdessen auf das System, auf das sich das Ereignis auswirkt, dann können wir benennen wie fragil das System sich bezüglich des Ereignisses verhält. Es kann davon profitieren oder geschädigt werden. Die Einschätzung, ob etwas fragil ist, fällt uns leichter als das Eintreten von Ereignissen zu bestimmen.

Empfehlung

Einem ScrumMaster empfehle ich daher die fragilen Systeme zu suchen und sie durch Systeme zu ersetzen, die im besten Fall vom Eintreten, von unvorhersagbaren Ereignissen profitieren. So mildern wir das Eintreten von Ereignissen nicht nur ab, sondern profitieren auch davon.

Ein Beispiel für ein fragiles System ist die hierarchische Planung, das Aussteuern von Personen und die oft damit verbundene Arbeitsteilung. Wir ersetzen in agilen Organisationen das durch gemeinsame Planung (responsibility-based planning), selbstinformierende Arbeitsplätze (self-directing workspace) und Team-Arbeit.

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