Rezept eines Sprint Plannings (SP 1)

Sprint Plannings (SP) kann man auf viele verschiedene Arten durchführen. Ich persönlich bevorzuge ein Sprint Planning 1 und 2, aufgetrennt mit Fokus auf das WAS (SP 1) und das WIE (SP 2).

Das Planning 1 nutzen wir um den Ablauf der zu besprechenden Items zu diskutieren. Hier gehe ich davon aus, dass das Refinement stattgefunden hat, der grobe Plan für den nächsten Sprint bereits bekannt ist und die Items trotzdem noch nicht bis ins letzte Detail besprochen sind (um Verschwendung vorab zu minimieren).

Bild von Stuart, "Checklists that matter" (Creative Commons 2.0), Flickr

Bild von Stuart, "Checklists that matter" (Creative Commons 2.0), Flickr

Ziel und Zweck ist für mich somit das Festhalten des Umfangs für den nächsten Sprint. Das gilt für die Summe der Items als auch für den Umfang eines jeden Items. Zudem planen wir gemeinsam die Reihenfolge. Es ist sowohl ein kooperativer Prozess, das Beste aus den nächsten Wochen herauszubekommen, als auch das Briefing des Teams.

Zu einem guten Sprint Planning gehört für mich eine Vorbereitung, die keine Zeit der Teilnehmer verschwendet, und ein klarer, wiederkehrender Ablaufplan für das Planning selbst.

Ich beschränke mich in diesem Artikel auf die Vorbereitung und den Ablauf eines Sprint Planning 1.

Vorbereitung

  • Abschließen des Vorgänger-Sprints, evtl. Übertrag liegt priorisiert vor
  • Alle Items sind "ready", nach Definition of Ready: Items sind frei von Blockaden und Schlüsselfragen, geschätzt, klein, bekannt, etc.
  • Items liegen in priorisierter Liste vor
  • Verschicken der Einladungen für die Teilnehmer
  • Buchen der Räume inkl. Rüstzeiten
  • Einholen der Abwesenheiten (Team-Kalender + evtl. Stakeholder)
  • Vorbereiten der Besprechung (technische Vorbereitung beginnt circa. 20 Minuten vorher)

Materialien

Flipchart(s), Whiteboard(s), Beamer, Rechner, Post-Its (alle Items auf Post-Its vorbereitet), Stifte, Kamera

Optional: Remote-Ausstattung wie Video-Kamera(s), Mikrofon, WebEx oder ähnliches

Ablauf

Set und Setting (5min)

Ziel: Ermitteln der Kapazität des Sprints.

Lead: ScrumMaster

  • Checken der Anwesentheit
  • Aufnehmen der Verbesserungen der Retrospektive
  • Ermitteln/Abgleichen des Forecasts mittels Velocity Chart mit Kapazität

Setting the Stage (10min)

Ziel: Erzeugen des Gesamtbildes für alle Beteiligten und setzen des Fokus für den Sprint.

Lead: Product Owner

  • Sprintziel vorstellen
  • Übersicht über alle geplanten Themen geben

Vorstellen der Items (90 min)

Ziel: Verstehen der einzelnen Items und festlegen des Umfangs pro Item (ggf. Vereinfachen von Items).

Lead: Product Owner

  • Durchsprechen/-arbeiten eines jeden Items
  • Festhalten der Akzeptanzkritieren pro Item
  • Abgleichen mit Definition of Done

... solange bis die Zeit ausläuft oder ein Veto des Teams auftritt. Das Veto bzw. nächste Go kann mit einer Fist-of-Five oder einer Konsent-Abstimmung ermittelt werden.

Optional: Festhalten der Akzeptanzkriterien pro Item auf einem Flipchart.

Commitment und Negotiation (15 min)

Ziele: Überprüfen ob das Commitment sinnvoll und möglich ist und Strukturieren des logischen Aufbaus.

Lead: ScrumMaster

  • Absprache über Umfang inkl. Austausch von Items
  • Festlegen der Abarbeitungsfolge der Items
  • Checken der offenen Items zum Start (WIP-Limit für den Sprint setzen)

Ein Sprint Planning ist kein Dogma. Es sollte jedoch klar strukturiert und vorbereitet sein. Wenige Teams mögen es mit unbekannten Items konfrontiert zu werden. Noch unbeliebter sind Items, die nicht ausreichend vorbereitet und unvollständig sind. Hier verschwendet man Zeit, was wiederum mangelnden Respekt gegenüber dem Team ausdrückt.

Während eines Sprint Planning 1 nutze ich Forecast und Commitment. Der Forecast hilft dem Team den Umfang und die eigene Kapazität besser einzuschätzen. Das Commitment wird genutzt um den Pull-Effekt zu erzielen und Hoheit über die eigene Arbeitslast sicherzustellen.

SVNWNK